Geldmarktfonds

Geldmarktfonds sind in Deutschland seit 1994 auf dem Finanzmarkt zugelassen und galten lange Zeit als eine Form der Geldanlage, die ebenso sicher ist wie die Investition in Tages- oder Festgeld, jedoch oft deutlich attraktivere Renditen abwirft. Es handelt sich dabei um eine Sonderform der Investmentfonds, die hauptsächlich in Geldmarkt-Titel mit sehr kurzer Laufzeit - meist unterhalb eines Jahres - investieren, um das Risiko der Investition zu minimieren. In Frage kommen hier unter anderem Sicht- und Termingelder, Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten, Währungskonten oder Schuldscheindarlehen.

Direkte Transaktionen im Geldmarkt sind qua Gesetz institutionellen Anlegern - also Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen und Staaten - vorbehalten, Geldmarktfonds ermöglichen privaten Anlegern einen indirekten Zugang zu diesem Marktsegment. Für die kurzfristige Geldanlage erscheinen sie auf den ersten Blick wegen ihrer dann oft sehr lukrativen Renditen als die attraktivste Anlageform überhaupt. Langfristig orientierte Anleger erzielen allerdings mit Investitionen in andere Wertpapiere oder Fonds meist höhere Erträge.

Viele Institute führen Geldmarktfonds als Alternative zu konventionellen festverzinslichen Anlagemodellen in ihrem Portfolio, daneben kann man Fondsanteile auch direkt bei diversen Fondsgesellschaften erwerben. Ausgabeaufschläge werden für die Kupons in der Regel nicht erhoben, allerdings werden meist jährliche Verwaltungsgebühren fällig.

Geldmarkt-Anlagen bergen ein spekulatives Risiko

Generell gilt, dass das Risiko von Geldmarktfonds-Investments schon durch die kurzen Laufzeiten der Geldanlage relativ kalkulierbar ist. In der globalen Bankenkrise 2008/2009 rutschten jedoch auch die bis dahin als "absolut sicher" angesehenen Geldmarktfonds mehrheitlich in die roten Zahlen - von den Ratingagenturen nicht vorhergesehen und für "kleine" Investoren um so bedauerlicher, da aktuelle Verluste anders als bei "herkömmlichen" Investmentfonds oft nicht durch lange Anlagefristen ausgeglichen wurden. Geldmarktfonds sind letztlich - ebenso wie andere, unmittelbar an die Marktentwicklung gebundene Wertpapiere - eine spekulative Form der Geldanlage. Die Investoren sind damit am allgemeinen Marktrisiko beteiligt, zusätzlich fallen Zinsänderungsrisiken und Ausfallrisiken auf Seiten der Emittenten ins Gewicht. In jedem Fall empfiehlt sich vor der Investition eine etwas gründlichere Recherche des Fonds-Portfolios nach Branchen, erwarteten Renditen und Performance-Aussichten des Fonds.

Geldmarktfonds - unterschiedliche Varianten

Im Unterschied zu anderen Investmentfonds setzt dieses Fonds-Modell nicht auf die Mischung seiner Kapitalanlagen, um das Marktrisiko der Anlage zu minimieren und möglichst hohe Renditen zu erzielen, sondern investiert ausschließlich in an den Geldmarkt gebundene Wertpapiere. Trotzdem gibt es einige unterschiedliche Kategorien, die sich aus der hauptsächlichen Ausrichtung der Fondsanlage ergeben. Das Risiko der Geldanlage ist umso geringer, je unabhängiger das Fonds-Portfolio von den aktuellen Schwankungen der Finanzmärkte ist.

Reine Geldmarktfonds sind die klassische Variante dieser Anlageform. Hierbei werden bis zu 100 Prozent des Fondsvermögens in kurzfristige Guthaben bei Banken sowie reine Geldmarkttitel investiert. Bei konservativen Anlageformen - dann mit vergleichsweise niedrigen Erträgen - können dies auch Tages- oder Festgeldanlagen. Daneben kommen festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Laufzeit, aber auch spekulativere Währungs-Transaktionen oder Bonds-Investitionen in Frage.

Cash-Fonds sind eine Geldmarktfonds-Variante, die das Fondskapital zu mindestens 75 Prozent in Bankguthaben investiert, der Rest fließt in Termin- und Festgeld sowie diverse andere Geldmarkt-Titel. Cash-Fonds sind gut für längerfristige Geldmarkt-Anlagen geeignet - in diesem Fall werden die ausgeschütteten Renditen unmittelbar in neue Fondsanteile investiert. Der Kurs der Cash-Fonds fällt zu den festgelegten Ausschüttungsterminen um die Höhe der ausgeschütteten Erträge, bei positiver Fondsentwicklung erwirtschaften die günstig erworbenen Kupons daher durch Kursgewinne und einen Zinseszins-Effekt sehr attraktive Renditen.

Geldmarktnahe Fonds investieren bis zu 49 Prozent ihres Kapitals in diverse Geldmarkt-Titel, 51 Prozent fließen in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Restlaufzeiten. Von den beiden anderen Fonds-Modellen unterscheiden sie sich vor allem durch die längeren Restlaufzeiten der reinen Geldmarkt-Papiere, die im Schnitt bei zwei bis drei Jahren liegen.

Synthetische Fonds kombinieren langfristige Anlagen in Rentenfonds und festverzinsliche Wertpapiere mit langen Laufzeiten und die Investitionen in klassische Geldmarkt-Titel. Durch den meist hohen Anteil langfristig investierten Kapitals sind diese Fonds am weitesten von kurzfristigen Bewegungen am Finanzmarkt entfernt und bieten somit vergleichsweise hohe Sicherheiten für die Geldanlage.