|
Staatsanleihen
Eine Staatsanleihe, auch Rentenpapiere genannt,
ist ein verzinsliches Wertpapier, das ein Gläubigerrecht verbrieft. Meist
garantiert die Anleihe gleich bleibende Zinsen und die Rückzahlung eines
bestimmten Betrages, den Nominalbetrag, welcher im Normalfall bei 100 €
liegt. Folglich ist es nur möglich, Anleihen stückweise zu kaufen.
Je nach Güte (Bonität) des Schuldners und
allgemeinem Marktzinsniveau schwanken die Kursnotierungen für Anleihen. Bei
fallendem Zinstrend steigen die Kurse, bei steigendem Trend fallen sie. Je
länger die verbleibende Zeit bis zur restlosen Rückzahlung des
Anleihebetrags, desto stärker die Schwankungen. Bei unklarem oder eher
steigendem Zinstrend sind Anleihen mit eher kürzeren Restlaufzeiten zu
empfehlen, da der Anleger diese gegebenenfalls vorzeitig wieder verkaufen
möchte, bei fallenden Zinsen sollten dagegen längere Restlaufzeiten
bevorzugt werden.
Hier sind die entscheidenden Nachteile von Anleihen gegenüber dem
Tagesgeldkonto. Der Zinssatz
der Anleihe ist garantiert, jedoch nicht der aktuelle Börsenkurs der
gekauften Anleihe. Folgende Charts sollen dies verdeutlichen.

Links sehen Sie den Chart der Umlaufrendite,
also das aktuellen Marktzinsniveau für 2004. Rechts sehen Sie den Chart
einer normalen Bundesanleihe (Ausgabe 2003, Laufzeit 10 Jahre, Zinssatz
3,5%, Nominalwert 100,- €). Wie Sie sehen können, schwankte das
Marktzinsniveau in 2004 zwischen 3,2% und 4,1%. Dementsprechend schwankte
auch der Kurs der Bundesanleihe. Diese kostete in 2004 zwischen 96,- € und
Ende 2004 102,- € beim absoluten Tiefpunkt des Zinsmarktniveaus.
Beispiel:
Wer z.B. im April 2004 diese Bundesanleihe für 100,- € gekauft hat und im
Juli 2004 unbedingt verkaufen musste, hat einen Verlust erlitten.
| Kaufkurs |
100,00 € |
| Verkaufskurs |
96,00 € |
| Verlust |
4,00 € |
| Zinsen (April bis Juli --> 1/3 Jahr) |
1,17 € (1/3 von 3,5% p.a.) |
| Gesamtverlust |
2,83 € (2,83 %) |
Das lag daran, weil vom April 2004 bis Juli
2004 das Marktzinsniveau von 3,5% auf 4,0% gestiegen ist.
Wie oben im Vergleich der Charts zu sehen, schwanken die Kurse von Anleihen
aufgrund der Schwankungen des Zinsmarktniveaus. Die Stärke der
Kursschwankungen der Anleihe hängt aber auch von der Länge der Restlaufzeit
der Anleihe ab. Wer sich also keinen starken Kursschwankungen aussetzen
will, muss Anleihen kaufen, die nur noch eine kurze Restlaufzeit haben.
Leider ist die Rendite einer Anleihe abhängig von deren Restlaufzeit, d.h.
je länger die Restlaufzeit, um so höher die Rendite. Bei Restlaufzeiten von
weniger als 3 Jahren liegt die Rendite auf dem Niveau eines
Tagesgeldkontos.
Weiterhin ist zu beachten, dass Anleihen weitere Kosten verursachen, welche
die Rendite schmälern. Der An- und Verkauf der Anleihen erfolgt über die
Börse, so dass ca. 0,5% Kosten pro Order entstehen. Ein kurzes Parken (Dauer
von weniger als 12 Monate) von Geldern kann sich schon aufgrund der
Transaktionskosten nicht lohnen. Weiterhin benötigt man ein Depot bei einer
Bank, in welchem die Anleihen liegen. Auch dieses Depot kann Depotkosten
verursachen.
Fazit
Anleihen sind gute Alternativen zu einem Tagesgeldkonto, wenn das Zinsniveau
hoch ist. Zur Zeit ist das Zinsniveau so tief wie in den letzten 20 Jahren
nicht mehr und bei steigenden Zinsen fallen die Börsenkurse der Anleihen,
was beim Verkauf der Anleihe zu Kursverlusten führen kann. Aber auch aus
Sicht der Rendite sind Anleihen in Zeiten eines tiefen Zinsmarktniveaus dem
Tageskonto nicht überlegen, da durch Transaktionskosten und Depotkosten die
Rendite geschmälert wird.
Anlageform |
Laufzeit/Rating1) |
Rendite2) |
|
Tagesgeldkonto |
Rating: AAA |
2,85 % |
|
Staatsanleihen |
Rating: AAA
Laufzeit: 1 Jahr
Laufzeit: 2 Jahre
Laufzeit: 6 Jahre
Laufzeit: 10 Jahre |
2,95%
3,05%
3,62%
3,82%
|
1) Das Rating
wird mit Buchstaben angeben. Mehr Informationen -->
hier klicken
2) Die Rendite bezieht sich auf die Zinseinnahmen vor Kosten
(also z.B. ohne Depotkosten, Ausgabeaufschlag, Ordergebühren usw.)
Quelle: Boerse-Online
Stand: Mai 2006
|
Geldanlage - Festzins
|