Staatsanleihen
Eine Staatsanleihe, auch Rentenpapiere genannt, ist ein verzinsliches Wertpapier, das ein Gläubigerrecht verbrieft. Meist garantiert die Anleihe gleich bleibende Zinsen und die Rückzahlung eines bestimmten Betrages, den Nominalbetrag, welcher im Normalfall bei 100 € liegt. Folglich ist es nur möglich, Anleihen stückweise zu kaufen.
Je nach Güte (Bonität) des Schuldners und allgemeinem Marktzinsniveau schwanken die Kursnotierungen für Anleihen. Bei fallendem Zinstrend steigen die Kurse, bei steigendem Trend fallen sie. Je länger die verbleibende Zeit bis zur restlosen Rückzahlung des Anleihebetrags, desto stärker die Schwankungen. Bei unklarem oder eher steigendem Zinstrend sind Anleihen mit eher kürzeren Restlaufzeiten zu empfehlen, da der Anleger diese gegebenenfalls vorzeitig wieder verkaufen möchte, bei fallenden Zinsen sollten dagegen längere Restlaufzeiten bevorzugt werden.
durchschnittliche Verzinsung deutscher Staatsanleihen mit einer Laufzeit über 2 bis 3 Jahre
| Anlagemonat | durchschnittlicher Zinsertrag deutsche Staatsanleihe Laufzeit 3 Jahre |
maximaler Zinsertrag Festgeldkonto mit Laufzeit 3 Jahre |
Mehrertrag Festgeld Laufzeit 3 Jahre |
|---|---|---|---|
| März 2011 | 2,50 % | 4,35 % | 1,85 % |
| April 2011 | 2,70 % | 4,45 % | 1,75 % |
| Mai 2011 | 2,50 % | 4,40 % | 1,90 % |
| Juni 2011 | 2,30 % | 4,35 % | 2,05 % |
| Juli 2011 | 2,20 % | 4,30 % | 2,10 % |
| August 2011 | 1,60 % | 4,30 % | 2,70 % |
| September 2011 | 1,40 % | 4,30 % | 2,90 % |
| Oktober 2011 | 1,40 % | 4,30 % | 2,90 % |
| November 2011 | 1,20 % | 4,30 % | 3,10 % |
| Dezember 2011 | 1,10 % | 4,30 % | 3,20 % |
| Januar 2012 | 0,90 % | 4,15 % | 3,25 % |
Mehr Informationen bekommen Sie im Marktüberblick Geldanlage 3 Jahre.
Hier sind die entscheidenden Nachteile von Anleihen gegenüber dem Tagesgeldkonto und dem Festgeldkonto. Der Zinssatz der Anleihe ist garantiert, jedoch nicht der aktuelle Börsenkurs der gekauften Anleihe.
Die Kurse von Anleihen schwanken aufgrund der Schwankungen des Zinsmarktniveaus. Die Stärke der Kursschwankungen der Anleihe hängt aber auch von der Länge der Restlaufzeit der Anleihe ab. Wer sich also keinen starken Kursschwankungen aussetzen will, muss Anleihen kaufen, die nur noch eine kurze Restlaufzeit haben.
Leider ist die Rendite einer Anleihe abhängig von deren Restlaufzeit, d.h. je länger die Restlaufzeit, um so höher die Rendite. Bei Restlaufzeiten von weniger als 3 Jahren liegt die Rendite auf dem Niveau eines Tagesgeldkontos und schlechter.
Weiterhin ist zu beachten, dass Anleihen weitere Kosten verursachen, welche die Rendite schmälern. Der An- und Verkauf der Anleihen erfolgt über die Börse, so dass ca. 0,5% Kosten pro Order entstehen. Ein kurzes Parken (Dauer von weniger als 12 Monate) von Geldern kann sich schon aufgrund der Transaktionskosten nicht lohnen. Weiterhin benötigt man ein Depot bei einer Bank, in welchem die Anleihen liegen. Auch dieses Depot kann Depotkosten verursachen.
Fazit
Anleihen sind gute Alternativen zu einem Tagesgeldkonto, wenn das Zinsniveau hoch ist. Zur Zeit ist das Zinsniveau so tief wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr und bei steigenden Zinsen fallen die Börsenkurse der Anleihen, was beim Verkauf der Anleihe zu Kursverlusten führen kann. Aber auch aus Sicht der Rendite sind Anleihen in Zeiten eines tiefen Zinsmarktniveaus dem Tageskonto nicht überlegen, da durch Transaktionskosten und Depotkosten die Rendite geschmälert wird.